Katla: streamen „Móðurástin“ pünktlich zur Veröffentlichung

Katlas eruptives Debüt „Móðurástin“ erscheint heute als Digipak-CD (mit 24-seitigem Booklet), Gatefold-2-LP (auf schwarzem und streng limitiertem dunkelgrünem Vinyl) sowie für die Sammler als Doppel-CD-Artbook-Edition (28×28 cm, 72 Seiten mit der Fotokunst von Guðmundur Óli Pálmason und einer Langspiel-Bonus-CD mit Remixen sämtlicher Songs des Albums) und ist ab sofort direkt über Prophecy sowie bei Amazon und Co. erhältlich.

Hier geht es direkt zum Youtube-Stream.

KATLA selbst über ihr fulminantes Erstlingswerk:

„Bei Katla geht es darum, eine Atmosphäre zu erschaffen, statt um dumpfe Metal-Gewalt. Textlich behandelt das Album verschiedene Themen, die scheinbar alle miteinander verbunden sind: Abgründe des menschlichen Geistes, die Sehnsucht nach Sommer mitten im Winter und seine Rückkehr im Frühling, und hauptsächlich den harten Kampf ums Überleben hier oben im eisigen Norden. Aber das Leben des Einzelnen überdauert nicht immer. ‚Hreggur‘ erzählt vom grausamen Ende, das Seefahrer oft im rauen Nordatlantik um Island herum erwartete, was unglücklicherweise auch heute noch gelegentlich passiert. Der Titeltrack selbst, ‚Móðurástin‘ (Mutterliebe), erzählt zweifellos die morbideste Geschichte von allen. Er behandelt den archaischen, grausamen Brauch, dass isländische Mütter ihre Neugeborenen in der gnadenlosen Wildnis zurückließen, damit diese den Elementen anheimfielen. Ein grausamer Tod für ein verletzliches kleines Wesen. Diese Morde jedoch wurden nicht aus Hass begangen, ganz im Gegenteil. Beispielsweise wurden Frauen oft gezwungen, uneheliche Kinder “auszutragen“ oder sonst eine Strafe zu riskieren, und in der Geschichte der Gesetzlosen Fjalla Eyvindur und Halla wirft beispielsweise eine Mutter, nachdem sie ihr Kind mit dem wundervollsten Wiegenlied in den Schlaf gesungen hat, es eher einen Wasserfall hinunter als es dem Feind in die Hände fallen zu lassen. Der Akt der Kindstötung muss daher eine Mischung aus den stärksten Emotionen hervorrufen, die ein menschliches Wesen überhaupt empfinden kann. Wenn es solch eine Form der Liebe gibt, braucht es keinen Hass mehr.

Wir sind stolz auf die Tatsache, dass wir viele Aspekte der Produktion sozusagen innerhalb der Familie behalten konnten. Wir haben erneut mit dem Engineer-/Produzententeam Leigh Lawson und Halldor A. Björnsson zusammengearbeitet, die beide zuvor auch mit uns an der ‚Ferdalok 7“-EP‘ gearbeitet hatten. Ebenfalls finden sich auf dem Album gesangliche Gastbeiträge von Einars Schwester Sylvia Gudmundsdottir, die die Rolle der entfremdeten Mutter und meiner Urgroßmutter Laugheidur Jonsson übernahm. Ihr Part wurde 1934 aufgenommen, und ich bin mir nicht sicher, ob sie das je kommen gesehen hat (lacht). Erstaunlicherweise knüpft ihr Lied „Hvao Syngur Litli Fuglinn'“ (What Sings the Little Bird) perfekt an den Titeltrack an, in dem die Mutter ihr Kind ihren Singvogel nennt.“

Guðmundur „Gummi“ Óli Pálmason

„‚Móðurástin‘ war ein Titel mit dem ich erst einmal ein paar Tage warm werden musste, nachdem Gummi ihn vorgeschlagen hatte. Als aber unser Konzept Form annahm, begann alles Sinn zu machen. Der Rote Faden des Albums sind die Themen Familie, Bindung, Leben und Tod, verknüpft mit der unerbittlichen Natur unseres Landes. Mutterliebe und Opfer haben uns über Generationen als Nation überdauern lassen, auch in Armut und unter extremen Umweltbedingungen wie Hungersnot, Entbehrungen und Kälte.

Am zufriedensten bin ich mit der Vielfalt unserer Lieder und darüber, wie sie trotzdem alle zueinander gehören. Das Album beginnt, als ob es sich in Richtung Doom Metal bewegt, ändert dann aber bis zum Ende durchgehend die Richtung. Das ist wie ein Blick auf das Leben oder eine Reflektion des Lebens an sich und all die unerwarteten Veränderungen und Wendungen die man nicht vorhersehen kann. Lieder müssen natürlich als Singles für sich allein stehen können, dennoch sind sie nur einzelne Stücke der Reise, die dieses Album als Gesamtwerk für mich bedeutet, und hoffentlich auch für andere da draußen. Die Fotografien, die Gudmundur mit der Musik und den Texten verknüpft, vervollständigen das Gesamtbild. Wenn es jemals Zweifel gegeben haben sollte, wird nun klar, worum es bei Katla geht.“

Einar Thorberg Guðmundsson

 

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