Midnight – Sweet Death And Ecstasy

“Den provokativen Zenit überschritten?“

Artist: Midnight

Herkunft: Cleveland, Ohio, USA

Album: Sweet Death And Ecstasy

Spiellänge: 32:02 Minuten

Genre: Black ’n’ Roll, Black Metal, Speed Metal

Release: 20. Oktober 2017

Label: Hells Headbangers

Link: https://midnight-ohio.bandcamp.com

Produktion: Bad Back Studios, Cleveland, Ohio, USA – Mastering von Joel Grind

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bass, Drums – Athenar

Tracklist:

  1. Crushed By Demons
  2. Penetratal Ecstasy
  3. Here Comes Sweet Death
  4. Melting Brain
  5. Rabid!
  6. Bitch Mongrel
  7. Poison Trash
  8. Before My Time In Hell

Midnight die – oder besser der – kultigen Black ’n’ Roller aus Cleveland, kommen nach dreijähriger Schaffenspause (zumindest was ganze Alben angeht) mit einem neuen Fulllength daher, dass auf den Namen Sweet Death And Ecstasy hört. Komisch, dabei hatte sich Athenar (Gründer, Songwriter und einziges vollwertiges Mitglied) bei der Gründung im Jahr 2003 eigentlich vorgenommen ausschließlich EPs und Split-Platten aufzunehmen. Hat bis zum Release von Satanic Royalty (2011) auch ganz gut geklappt, wurde dann aber spätestens nach No Mercy For Mayhem (2014) endgültig dran gegeben.
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Sweet Death And Ecstasy, das von Toxic Holocaust-Mastermind Joel Grind gemastert wurde, beinhaltet acht Songs bei einer Spieldauer von 32:02. Die simple Struktur der meisten Songs braucht auch nicht viel länger, um zu wirken. Klanglich liefern Midnight mal wieder düsteren Speed Metal mit Anleihen beim Black Metal. Was sich im Vergleich zu den ersten Beiden Releases verändert hat ist die Produktion, die nicht mehr ganz so fürchterlich ist. Gleichgeblieben sind auch die verstörenden Inhalte der Songs. Bitch Mongrel oder Penetratal Ecstasy sind zwar auf den ersten Blick etwas tiefgründer als zum Beispiel The Final Rape Of The Night, trotzdem nicht minder schockierend. Auffällig ist aber, dass die ganz stumpfen, schnellen und rohen Songs nicht mehr in überwiegender Anzahl vorhanden sind. Penetratal Ecstasy ist ein gutes Bespiel für einen klassischen Midnight-Song, der Opener Crushed By Demons wirkt allerdings ein Bisschen gereift und vielschichtiger. Passt nur eben nicht zu Midnight, die sich mit ihrem verstörendem Image und der kompromisslosen Musik den Kultstatus hart erarbeitet haben, den sie heute inne haben. Die etwas im Tempo gedrosselten Songs wie Here Comes Sweet Death können trotzdem überzeugen. So richtig aufgehen dürfte das Herz eines jeden Midnight-Anhängers allerdings erst in der zweiten Hälfte des Albums. Rabid!, Bitch Mongrel und Poison Trash sind geniale, rücksichtslose und schnelle Songs mit der angemessenen Portion Rotzigkeit – das erwartet man von den US-Amerikanern nicht anders.
Auch, wenn sich auf Sweet Death And Ecstasy kein wirklich schwacher Song findet, stellt sich auch nach einigen Durchgängen das Gefühl ein, dass Athenar auf dieser Platte das letzte Bisschen Provokation und Extremität gefehlt hat. Das Album wirkt nicht in der gleichen Art und Weise wie andere Werke von Midnight. Die Musik fehlt das letzte Tempo und die letzte Rohheit und auch der Gesang kommt nicht mehr so extrem rüber wie beispielsweise auf Satanic Royalty. Vielleicht ist das Midnight-Paket einfach übersättigt – und das in beide Richtungen.

Für den gemeinen Midnight-Anhänger finden sich auf Sweet Death And Ecstasy sicher genug Songs, um das Album positiv zu bewerten, Genre-affine Hörer kommen sich auch auf ihre Kosten, problematisch hingegen wird es dann, wenn man jemanden mit dieser Platte zu Midnight bekehrt werden soll. Die ohnehin eher mittelmäßig hochwertige Musik hat ein kleines Stück ihres provozierenden Images verloren, das nunmal das Verkaufsargument schlechthin war.

Anspieltipps: Penetratal Ecstasy, Rabid!, Bitch Mongrel, Poison Trash
Carsten B.
8.3
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