Silentium – Motiva

Dunkel eingefärbter Nightwish Sound aus Finnland

Artist: Silentium

Herkunft: Jämsänkoski, Finnland

Album: Motiva

Spiellänge: 59:05 Minuten

Genre: Melodic Metal, Symphonic Metal, Dark Metal

Release: 28.08.2020

Label: Out Of Line Music

Links: http://www.facebook.com/silentiumofficial/
http://www.silentium.fi/

Bandmitglieder:

Gesang – Riina Rinkinen
Gitarre – Juha Lehtioksa
Gitarre – Aapeli Kivimäki
Bassgitarre – Ville Koskinen
Keyboard – Sami Boman
Schlagzeug – Janne Ojala

Tracklist:

  1. Truth
  2. Unchained
  3. Vow
  4. Safer/Easier
  5. Vortex
  6. Shame
  7. Circle
  8. Tide
  9. Friend

Silentium ist eine Band aus Mittelfinnland, genau zwischen den bekannteren Städten Tampere und Jyväskylä liegt der Ort Jämsänkoski. Aus den Resten der Death/Gothic Metal Band namens Funeral schufen Keyboarder Sami Boman und der Originalsänger Matti Aikio Silentium. Dazu kamen Geiger Jani Laaksonen, die Gitarristen Toni Lahtinen & Juha Lehtioksa sowie der Schlagzeuger Jari Ojala. Im Vergleich zum jetzigen Line-Up hat sich also einiges verändert. Vor allem der Einstieg von Sängerin Riina Rinkinen 2004 sorgte für einen anderen Sound als noch zu Beginn mit Sänger Matti Aikio bzw. seiner Nachfolgerin Tiina Lehvonen. Motiva ist das sechste Langeisen der Truppe, allerdings liegt der Vorgänger bereits 12 Jahre zurück. Amortean erschien 2008 und war primär im Gothic Metal verortet. Nach eigener Aussage sieht man sich nun mehr im melodischen Metal. Melodischer Metal mit symphonischen Einflüssen aus Finnland? Spätestens da wird es bei vielen Menschen klingeln und die Frage aufwerfen, ob man noch mehr Nightwish benötigt. Gehen wir der Frage also mal nach und hören in das Langeisen hinein.

Truth startet nach kurzem Intro mit melodischem Sound. Die Stimme von Riina geht etwas mehr in die Dark Richtung, als beim anderen Genrevertreter aus Finnland, ebenso der Track, der irgendwo zwischen Midtempo Passagen und rundem Refrain vor sich hindümpelt. Unchained erinnert mich an eine Band, die ich neulich kurz beim Wacken World Wide gesehen hatte, also irgendwo zwischen Beyond The Black und pompösem Nightwish Sound gibt es wiederum etwas, was man so oder so ähnlich an jeder Ecke hört. Vow ist alles andere als Wow, eher Uff, weil es so langsam langweilig wird, da die Nummer genauso aus den Boxen kommt wie der Vorgänger. Nun klimpert das Keyboard, und die Vorfreude auf Safer/Easier geht bei mir noch etwas mehr in den Keller. Gute drei Minuten dümpelt das Teil mit Gesang und Keyboard vor sich hin, danach geht es im üblichen Takt weiter, welcher sich mit dem balladesken Keyboard durch den Track zieht. Mehr als neun Minuten Vortex und ich sehe die Gefahr, mit dem Kopf auf die Tischkante zu knallen, da ich unerwartet eingepennt bin. Hatten wir schon Streicher? Nach ca. zwei Minuten gibt es dann einen überraschenden Weckruf und im Nightwish-Gedächtnis-Rhythmus gibt es zum femininen Gesang auch eine maskuline Stimme, ab Minute fünf mischen sich die symphonischen Instrumente mit dem intensiveren Sound, und es klingt wie der bekannteste Genrevertreter aus Finnland. Shame bringt leider auch keine neuen Erkenntnisse, genauso wenig wie Circle. Knapp zwölf Minuten Tide könnten noch mal anstrengend werden. Riina startet erst mal mit einem Solo, welches nach ca. 90 Sekunden von der Saitenfraktion abgelöst wird. Mit dem Gesang geht es im Midtempo vorwärts, abwechselnd gemischt mit balladesken Parts oder bombastischem, symphonischem Sound mit maskuliner Stimme – so geht die Suche nach dem Aha-Effekt leider weiter. Friend ist der Rausschmeißer, und es sieht so aus, dass Silentium und ich keine Freunde fürs Leben werden. Das ca. vierminütige Outro ändert nichts am Gesamteindruck.

Silentium – Motiva
Fazit
Für Freunde von Nightwish evtl. ein Tipp, die das Ganze etwas verdunkelt hören möchten, wobei ich dort dann doch eher das Original nehmen würde. Die Scheibe hat leider nichts, was irgendwo ein Alleinstellungsmerkmal wäre, so macht sich über eine knappe Stunde sehr viel Langeweile breit. Technisch ist das alles gut gemacht, der Sound passt und Riina ist ganz bestimmt eine tolle Sängerin. Outputs in dieser Richtung gibt es mehr als genug und da sollte schon etwas mehr Spezifisches, Eigenständiges dabei sein, um sich aus der Masse abzuheben.

Anspieltipp: Vortex, der läuft neun Minuten
Jürgen F.
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