The Offspring: 20 Jahre Conspiracy Of One – „On Tour“ Today With Music From The Past

Self Esteem, Napster und mehr

Wir befinden uns seit 20 Jahren in einem neuen Jahrtausend. Das legendäre Jahr hat nicht nur kalendarisch eine große Einwirkung auf uns gehabt, sondern ist das Geburtsjahr so manches Metalklassikers. In den 12 Monaten dieses Jahres wollen wir euch daher jeden Monat ein Album in einer kleinen Kolumne zurück in eure Ohren bringen. Dabei wurde das Augenmerk nicht nur auf die Großen des Genres geworfen. Ein Kriterium unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe ist, dass die Formation in diesem Jahr auch live unterwegs ist. Im vierten Teil geht es um Punk im Nu Metal Stil. The Offspring veröffentlichten im November 2000 Conspiracy Of One.

Doch blicken wir erst mal zurück in die Geschichte der Band. 1984 besuchte Bryan „Dexter“ Holland ein Konzert von Social Distortion in Orange Country, Kalifornien. Das war die Initialzündung für die Idee, selbst eine Band zu gründen. Kevin Wassermann war ebenfalls dafür zu begeistern. Und so startete man als Manic Subsidal. Es gab ein paar Auftritte in Orange County und 1986 erfolgte die Umbenennung in The Offspring. 1000 Exemplare der Single I’ll Be Waiting wurden in Eigenregie auf den Markt gebracht.

Mit mäßigem Erfolg wurden 1989 das Debütalbum The Offspring und 1992 Ignition veröffentlicht. Vom Album Ingnition wurden später noch mehr als 1 Mio. Exemplare verkauft. Der kommerzielle Durchbruch gelang mit Smash und dem Welthit Self Esteem. Mehr als 11 Mio. Scheiben wurden weltweit an den Menschen gebracht. Self Esteem lief die Radiostationen hoch und runter und The Offspring wurden mit einem Schlag ein Megaseller. Auch weitere bekannte Tracks wie Gotta Get Away und Come Out And Play sind auf Smash zu finden. Der Nachfolger Ixnay On The Hombre (ca. 3 Mio. verkaufte Exemplare) blieb hinter den Erwartungen zurück. Die übertraf dann Americana, welches im November 1998 auf den Markt kam und mit 15 Mio. verkauften Exemplaren sogar Smash noch übertrumpfte. Pretty Fly (For A White Guy) wurde zum kommerziell erfolgreichsten Track der Band überhaupt. In Deutschland erreichte der Tonträger jedoch nur Platz neun und blieb damit hinter Smash. Das Album Nummer sechs von The Offspring war Conspiracy Of One. Es erschien im November 2000 und war vor der Veröffentlichung bereits im Umlauf. Zunächst kündigte die Band selbst an, das Album zum freien Download zur Verfügung zu stellen. Sony Music fand das nicht so richtig lustig und drohte rechtliche Schritte an. Also stoppten The Offspring offiziell das Vorhaben. Im Oktober 2000 tauchten jedoch bei Napster elf der zwölf Tracks inkl. Gitarren- und Bassgriffe auf. Offiziell hatten The Offspring nichts damit zu tun. Die Band selbst bot die Singles aber über diverse Portale an, was zu einer teilweisen Weigerung von Händlern führte, die Singles in ihr Sortiment mit aufzunehmen. Die Band verkaufte dazu auch T-Shirts mit Napster Logo, woraufhin The Offspring verklagt wurden. Bryan „Dexter“ Holland sagte dazu: „Ich wollte das Logo nur mit unseren Fans teilen“. Als Single erschienen Original Prankster, Want You Bad und Million Miles Away.

Dann kommen wir mal zu den Tracks auf Conspiracy Of One:

Intro, Come Out Swinging, Original Prankster, Want You Bad, Million Miles Away, Dammit, I Changed Again, Living In Chaos, Special Delivery, One Fine Day, All Along, Denial Revisited, Vultures, Conspiracy Of One, Huck It (Bonussong der europäischen Version)

Wenn ich in die Scheibe jetzt mal wieder reinhöre, ja dann ist gerade der Opener noch im Ohr. Come Out Swinging ist so der typische The Offspring Stil in den 90ern. Original Prankster dürfte wohl der bekannteste Track des 2000er Werks sein. Da hat man sich schon einen Rapper als Support geholt und das Ganze wird schon Crossover/Nu-Metal lastig. Want You Bad ist dann richtig gut punkig und schnell. Living In Chaos unterscheidet sich etwas und kommt recht funkig um die Ecke. Denial Revisited finde ich persönlich recht stark. Hat etwas von einer Hymne. Ansonsten findet man im Großen und Ganzen die typischen The Offspring Trademarks auf dem Album. Ein Mix aus Street Punk, Crossover und Nu-Metal. Mit 2,7 Mio. verkauften Exemplaren kam das Werk nicht annähernd an die Megaseller Americana und Smash heran. Große Innovation zu den Vorgängern sind nicht zu finden. Man versuchte, auf der erfolgreichen Schiene weiterzufahren. Es ist sicher nicht das Megawerk der Band, aber eigentlich das letzte Album mit einer größeren Bedeutung.

2003 folge Splinter. Mit ca. 0,8 Mio. verkauften Exemplare kein Flop, aber natürlich weit unter den Erwartungen. So wurde es dann auch ruhiger um die vier Herren aus Orange County. Erst 2008 gab es ein weiteres Studioalbum mit Rise And Fall, Rage And Grace. Mit dem einsetzenden Streaming lassen sich Verkaufszahlen nun natürlich nicht mehr vergleichen. Das Album konnte aber nicht an die Werke aus den 90ern anknüpfen.

Days Go By war bisher das letzte Studioalbum der Truppe im Jahre 2012. Insgesamt wurde das Werk als routinierte Arbeit angesehen, welches aber nicht mehr die Energie der früheren Longplayer besitzt. Seitdem ist bezüglich Studioarbeiten Funkstille. Aber live ist das Quartett noch zu sehen. Wenn man sich die Setlisten der letzten Konzerte mal anschaut, dann leben die Konzerte von den beiden Megasellern Smash und Americana. Conspiracy Of One trägt sich allerdings auch ein: Original Prankster aber auch Want You Bad findet man regelmäßig. Wer Bock hat die Punkveteranen live zu erleben, und den Klassikern aus den 90ern zu lauschen: Es gibt in diesem Sommer wieder die Möglichkeit. Im deutschsprachigen Raum und angrenzenden Ausland sind bisher folgende Gigs bestätigt (vorbehaltlich möglicher Corona Auswirkungen):

Nürnberg, Rock Im Park (5.-7.Juni)
Nürburgring, Rock Am Ring (5.-7.Juni)
Esch-Sur-Alzette, Luxembourg Rockhal (10.Juni)
Nickelsdorf, Austria NOVA ROCK Festival (10.-13-Juni)
Crans-près-Céligny, Switzerland, Caribana Festival (18.Juni)
Dessel, Belgium Graspop Metal Meeting (18.-21.6.Juni)
Ysselsteyn, Netherlands, Jera On Air (27.Juni)
Münster, Vainstream Rockfest (01.Juli)
Prague, Czech Republic, A-park Ledárny Bráník (02.Juli)

 

 

Die weiteren Ausgaben der kleinen Serie:

Lest hier auch die Januar-Ausgabe unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Hammerfall: 20 Jahre Renegade

Hier kommt ihr zur Februar-Ausgabe unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Destruction: 20 Jahre All Hell Breaks Loose

Klick hier für die März-Ausgabe unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Papa Roach: 20 Jahre Infest

Schaut euch auch die Mai-Ausgabe der „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe an: Iron Maiden: 20 Jahre Brave New World

In der zweiten Mai-Ausgabe wurden Stratovarius mit „Could Be On Tour Today With Music From The Past” und Infinite vorgestellt

Für die Juni-Ausgabe, hatten wir uns Virgin Steele mit „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past und The House Of Atreus Act II  vorgenommen.

Hier kommt ihr zur ersten Juli-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Limp Bizkit: 20 Jahre Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water

Die zweite Juli-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past beschäftigt sich mit Linkin Park und Hybrid Theory

In der August-Ausgabe gab es eine Doppelpack in einer Story von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past, es geht um zwei Bands aus Göteborg, Haven von Dark Tranquillity und Clayman von In Flames

In der Oktober-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past geht es um die Mitbegründer des Progressive Metal, Fates Warning und ihr Werk Disconnected

In der ersten November-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past widmen wir uns den Dänen Pretty Maids und ihrem Album Carpe Diem.

Hier kommt ihr zur zweiten November-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Rhapsody: 20 Jahre Dawn Of Victory

Im dritten Teil unserer November-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe wird das Album Verlierer Sehen Anders Aus der Düsseldorfer Punkrocker Broilers beleuchtet.

 

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