Tyson, Secutor und Casket Inc. am 6. März 2020 in der Medusa, Kiel

Tyson treiben mit Secutor und Casket Inc. ihr Unwesen in Kiel und Itzehoe

Headliner: Tyson

Vorbands: Secutor, Casket Inc.

Ort: Medusa, Kiel

Datum: 06.03.2020

Kosten: 10,00 € AK (nur Abendkasse)

Genre: Melodic Thrash Metal, Thrash Metal, Heavy Metal

Besucher: ca. 25 – 30 Besucher

Veranstalter: Tyson (https://www.facebook.com/tyson.hwm/)

Link: https://www.facebook.com/events/2452694194985352/

Setlisten:

1. Heavy Metal Thunder
2. Knigths Of The Serpant
3. Bravehammer
4. My Apocalypse
5. Killing Fields
6. Chasing The Dragon
7. Blood Salvation
8. The Fear, The Cold, The Wind
9. Asgard Fall
10. Black Widow

1. Stand Defiant
2. Metal Addict
3. Secutor
4. The Use Of Booze
5. Fire In The Hole
6. Taken By Satan
7. Until We Die
8. Destination Intoxication
9. Strung Out (Steelpreacher Cover)
10. Raise The Tankard
11. Thrash Or Die

1. From The Ashes
2. Death By Silence
3. Counterparts
4. Anyway
5. Mosphit Alliance
6. Bleeding Machine
7. False Gods Of Destiny
8. Higher
9. W.Y.S.I.W.Y.G
10. Egoblaster
11. Breaking The Unbreakable
12. Thin Ice
13. Water In Your Hands
14. The Storm

Zugaben

1. Breaking The Law (Judas Priest Cover)
2. Rebell Yell (Billy Idol Cover)

Heute Abend verschlägt es uns die Medusa, einer Wohlfühl-Location, die eher an ein großes Wohnzimmer erinnert. Die Kieler Thrash Metaller Tyson teilen sich in ihrer Heimatstadt die Bühne mit den befreundeten Bands Casket Ink. aus Kuden, einer 600-Seelen Gemeinde im Kreis Dithmarschen (Deathmarschen), und Secutor aus Koblenz. Der Einlass beginnt um 19:00 Uhr, wir schaffen es auch recht pünktlich vor Ort zu ein. Sofort bekommen wir von der freundlichen Dame am Einlass unseren Stempel und begeben uns schnurstracks in den Konzertraum. Hier riecht es noch frisch nach Farbe, auch das Parkett sieht wie neu aus. Kollege Norbert C. klärt mich auf, dass hier vor kurzem Renovierungsarbeiten stattgefunden haben. Die Bühne wurde ebenfalls etwas umgebaut, sie wirkt dadurch größer und geräumiger. Ich kannte die Räumlichkeiten der Kieler Medusa bisher nicht, also schaue ich mich genauer um, es ist ja noch etwas Zeit. Der Laden ist bis jetzt recht leer, gerade mal zehn Besucher lümmeln sich auf den Wohnzimmermöbeln im Barbereich. Kurz vor 20:00 Uhr unterhalten wir uns mit dem Frontmann Kochi von Tyson. Er eröffnet uns, dass der erste Gig erst um 21:00 Uhr starten wird. Das ist rund eine Stunde später als angekündigt. Jetzt heißt es, die zusätzliche Wartezeit zu überbrücken, aber das stellt für uns kein Problem dar. Als die erste Band ihr Equipment auf der Bühne platziert und ihren Soundcheck macht, zückt mein Kollege schnell die Kamera, um schon mal ein paar Schnappschüsse einzufangen. Für eine kleine Location wie diese ist die Beleuchtung bemerkenswert gut. Langsam füllt sich die Location. Viel mehr als 25 Besucher werden es dann heute nicht mehr, was wohl auch der aktuellen Lage geschuldet sein dürfte.

Lars Franck – Casket Inc.

Um Punkt 21:00 Uhr hat das Warten ein Ende, Lars Newe (Gesang), Matthias Kuddel Friese (Gitarre), Lars Franck (Bass) und Oliver Teschner (Schlagzeug) von Casket Inc. sind startklar. 2011 haben die ehemaligen Mitglieder der aufgelösten Thrash Metal Band Enraged die neue Heavy Metal Formation gegründet. 2013 kam der aktuelle Bassist hinzu und vervollständigte das Line-Up. Seitdem machen Sie den Norden Schleswig-Holsteins unsicher. Im vergangenen Jahr trieben sie ihr Unwesen in der Umgebung Flensburg, Heide und Itzehoe, unter anderem auch auf dem Flensburger AnkerGround Open Air 2019. Heute Abend spielen sie ein Set bestehend aus Songs ihrer Alben Unleash The Chaos (2015) und Disciples Of Doom (2018). Zudem präsentieren sie zwei brandneue Songs, die auf dem kommenden Album zu hören sein werden, an dem sie gerade arbeiten. Den Anfang macht Opener Heavy Metal Thunder, bei dem der Name Programm ist. Casket Inc. geben gleich Vollgas, die kehlige Reibeisenstimme des Sängers und das treibende Riffing pusten den anwesenden Metalheads erst mal ordentlich die Gehörgänge frei. Rasant geht es mit Knights Of The Serpent weiter. Braveheart, Song Nummer drei, schließt im Viking-Style an. Drummer Oliver tritt dabei mächtig in die Pedale, er hat heute auf seine Schuhe verzichtet und spielt entspannt in Socken. Die Jungs an den Gitarren tragen zeitweise kleine Kämpfe mit dem sich verschiebenden Bühnenteppich aus, wovon sie sich aber nicht weiter irritieren lassen. My Apokalypse ist dann ihr erstes Lied vom neuen Songmaterial, an dem sie bereits im letzten Jahr im Tonstudio geschraubt haben. Danach folgen Killing Fields, Chasing The Dragon und Blood Salvation vom Album Disciples Of Doom (2018). Sänger Lars schleppt jetzt einen Ordner mit Songtexten auf die Bühne, wo er schnell reinschaut und den Text überfliegt, bevor es mit The Fear, The Cold, The Wind, dem nächsten Neuzugang für den kommenden Longplayer weitergeht. Die Nummer erinnert mich verdammt an Manowar und kommt recht gut an. Zum Schluss stehen zwei Songs der ersten Scheibe Unleash The Chaos (2015) an, der erste davon heißt Asgards Fall, er ballert ordentlich rein. Zeit für eine Interaktion mit den Gästen – mit Hoi Hoi Hoi-Rufen fordert Sänger Lars die Gäste zum Mitklatschen auf, die dem auch willig folgen. Black Widow setzt jetzt noch eins oben drauf – es geht erneut zur Sache. Um 21:47 Uhr beenden Casket Inc. ihren Gig und räumen zügig die Bühne für die anstehenden Umbauarbeiten. Am 13. Juni 2020 gibt es die nächste Gelegenheit sie auf dem Stöfenpark Rock Festival in Marne wiederzusehen. Wir holen uns für die trockenen Kehlen erst mal was zu trinken. Die Viertelstunde Umbaupause kommt uns gelegen.

Fabio Baulig – Secutor

Um 22:01 Uhr erklingen die ersten Soundcheck-Töne von Secutor, der tatsächliche Beginn ihres Gigs zieht sich dann doch noch etwas hin. Heute sind Peter Cüsters (Gesang), Fabio Axecutioner Baulig (Gitarre), TobiasDobbyBest (Bass) und AndreasMuHübinger (Schlagzeug) am Start. Der fünfte Mann im Bunde, FlorianFömbHerzog (Gitarre), ist leider verhindert. Die Band stammt aus Koblenz und wurde 2008 gegründet. Seitdem haben sich einige Veränderungen ergeben. Im Dezember 2019 fand ein Sängerwechsel statt, mit ihm wandelte sich auch der musikalische Stil vom ursprünglichen Thrash Metal hin zum klassischen Heavy Metal. Secutor bringen uns heute elf Songs ihrer Alben Thrash Or Die (2015 Demo), Stand Defiant (2016) und dem brandneuen Longplayer Executor (2020) mit, der am 25.01.2020 feierlich im Rahmen einer Releaseparty aus der Taufe gehoben wurde (unser Bericht: hier). So langsam werden die Jungs an den Instrumenten hibbelig, Sänger Peter ist noch kurz in den Backstagebereich verschwunden, um dann mit etwas leichterer Bekleidung wieder auf die Bühne zu stürmen – es geht endlich los! Als Opener gibt es Stand Defiant auf die Ohren, danach werden wir eingeschworen auf Song Nummer zwei, Metal Addict. Kurz und knapp entfährt es Peter daraufhin: „Jetzt gibts aufs Maul, okay?“ Gesagt, getan – jetzt geht es im Uptempo zur Sache bei Secuder, ihrer eigenen Bandhymne. „Habt ihr Lust auf ein Sauflied? Dann holt euch was zu Saufen und hört zu!“, tönt es lautstark aus dem Mikro. Nahtlos schließt sich das riffstarke The Use Of Booze an. Dieser Aufforderung wird selbstverständlich Folge geleistet. Dieser Kracher erinnert an Lemmys (Motörhead) beste Zeiten. Es wird warm auf der Bühne, der Sänger schmeißt jetzt auch seine Kutte in die Ecke. Gitarrist Fabio ist es noch nicht kuschelig genug, er bittet die Besucher etwas in Richtung Bühne vorzurücken. Bei dieser Gelegenheit erwähnt er schnell noch, dass die Band einige Exemplare der aktuellen Scheibe Executor (unser Review: hier) an Bord hat. Davon bekommen wir auch sogleich den Track Fire In The Hole serviert. Die Jungs auf der Bühne plagt ein aufkommender Durst, worauf erst mal Bier in der Runde verteilt wird. Nach Befeuchtung der trockenen Kehlen erfahren wir, wie sich die Freundschaft mit den Kollegen von Casket Inc. entwickelt hat. Nach zwei älteren Stücken geht es weiter mit dem Neuzugang Destination In Toxication, worauf einer der Gitarrenhelden mit einem Oldesloer Korn belohnt wird. Es wird in der Tat jetzt etwas voller vor der Bühne, die Besucher rücken weiter nach vorne. Die letzten Songs der Setlist stehen bevor. Wir hören noch Strung Out, ein Cover von Steelpreacher sowie Raise The Tankard. „Wollt ihr noch einen?“, grölt Peter noch einmal ins Mikro – na klar, wollen wir! Mit einem brachialen Thrash Or Die im Metallica Style endet dann der rasante Ritt um 22:49 Uhr. Die Stimmung ist jetzt auf dem Höhepunkt. Wer Executor live erleben möchte, sollte das Ironfest vom 15.05. – 17.05. 2020 in Schönenberg im Kalender vormerken. Sie spielen dort mit den Kollegen von Ivory Tower, Night Deamon und Angel Dust etc. Die nächste Umbaupause verschafft uns wieder eine Gelegenheit, für das leibliche Wohl zu sorgen. Diesmal haben wir rund 25 Minuten Zeit dafür.

Pierre Diddy – Tyson

Um 22:13 Uhr sind Tyson startklar. André KochiKoch (Gesang, Bass), Pierre Diddy (Gitarre), Zed Doomhammer (Gitarre) und Tom Banx (Schlagzeug) stehen als Headliner des heutigen Abends auf der Bühne. Die Kieler Band wurde 2007 als Quintett gegründet und ist seit 2008 live unterwegs. Auch bei ihnen gab es mehrere Line-Up-Wechsel, so spielten sie in unterschiedlicher Besetzungsstärke. Einige Zeit davon waren sie als Trio unterwegs, bis der neue Drummer Tom hinzukam. Seitdem bestreiten sie ihre Konzerte als Quartett. Ihr Stil ist eine Mixtur aus kantigem Power Metal und melodischem Thrash Metal. Das gesamte Songwriting entstammt dabei der Feder von Gitarrist Pierre. Im Herbst 2012 begleiteten Tyson die Hardcore Punkband Smoke Blow als Support auf deren Last Tour On Earth Konzerte. Für den heutigen Gig haben sie eine Zusammenstellung ihrer Songs der Alben Bareknuckle Fights (2010), Counterparts (2014) sowie vom neuesten Langeisen Unbreakable (2018) im Gepäck. Kochi eröffnet das Set mit den vollmundigen Worten:Maestro play intro!“ „Schön, dass ihr noch alle da seid!“ Ja klar, sind wir das! Wer haut denn auch schon vor dem Headliner in den Sack? Vor der Bühne wird es jetzt noch ein wenig voller – alle Gäste sind auf Betriebstemperatur. Die ersten Stücke wie From The Ashes, Death By Silence, Counterparts etc. brettern Tyson gleich ohne Punkt und Komma durch. Danach fordert Sänger Kochi in der Ankündigung von Bleeding Machine zum größten Circle Pit auf, den die Medusa je gesehen hat … Nun ja, das dürfte sich mit dieser Handvoll von Besuchern wohl kaum realisieren lassen – also, Kopfkino an! Weiter geht es mit False Gods Of Destiny. Dieser Song begeistert durch filigranes Leadgefrickel und einem ballernden Bass, auch hinter der Schießbude ist jetzt reichlich Action angesagt. Nach Higher ist es noch einmal notwendig, die Einstellungen an den Gitarren zu korrigieren, bevor die nächsten Kracher W.Y.S.I.W.Y.G und Egoblaster serviert werden können. Das Wohlergehen ihrer Gäste hat für Tyson höchste Priorität, also erkundigt sich der Frontmann, ob alles gut ist bei den Anwesenden. Aus rund 25 Kehlen schallt ihm ein klares Jaaa entgegen. Nackenbrecher Breaking The Unbreakable feuert dann die Stimmung noch um einiges mehr an, es wird gebangt und gemosht, was das Zeug hält. Water In Your Hands begeistert wieder mit melodischem Leadgefrickel. Danach zieht ein Sturm in der Medusa auf – The Storm pustet noch einmal allen Gästen die Gehörgänge frei. Ehe wir uns versehen, ist das Set von 14 Stücken am Ende angelangt. So recht einverstanden ist niemand, dass jetzt schon Schluss ist. Zugaberufe werden immer lauter. Es kommen noch zwei Zugaben, diese singt aber nicht Kochi selbst – Überraschung! Plötzlich klettert Fabio von Secutor auf die Bühne und zelebriert mit der textsicheren Meute Breaking The Law von Judas Priest. Dabei haben alle sichtlich ihren Spaß. Um dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, stimmt er danach Rebell Yell von Billy Idol als Rausschmeißer an. Auch wenn dieser Klassiker kein Metal ist, singen alle mit. Aus vollen Kehlen dröhnt der Chorus in Wiederholungsschleife durch den Saal: In the midnight hour, she cried more, more, more. With a rebel yell she cried more, more, more … Was für ein gelungener Abschluss, den so keiner erwartet hätte. Wir packen jetzt unsere Brocken und machen uns auf den Heimweg, die verbliebenen Gäste feiern noch ordentlich weiter.

Morgen schlagen Tyson, Secutor und Casket Inc. noch einmal in der Itzehoer Lauschbar auf.

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