Velvet Viper – From Over Yonder (Re-Release)

Der erste Biss der Velvet Viper

Artist: Velvet Viper

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: From Over Yonder

Genre: Rock, Heavy Metal

Spiellänge: 45:52 Minuten (ohne Bonustracks)

Release: 1988 / 21.08.2020

Label: Massacre Records

Link: http://www.velvet-viper.de

Bandmitglieder:

Gesang – Jutta Weinhold
Gitarre – Gunnar Heyse
Gitarre – Jimmy Boehlke
Bass – Wolfgang “Tatch” Mirche
Schlagzeug – Claus “Bubi The Schmied” Reinholdt (RIP)

Trackliste:

1. The Spell From Over Yonder
2. The Flying Dutchman
3. Zed Yago
4. Queen And Priest
5. Revenge
6. United Pirate Kingdom
7. Stay The Course
8. Rebel Ladies
9. Rocking For The Nation
10. Rebel Ladies (Live München Theaterfabrik 1989) /(Bonustrack)
11. Rockin’ For The Nation (Live London Hammersmith Odeon 1989) / (Bonustrack)
12. The Schmied (Bonustrack)

32 Jahre nach Erstveröffentlichung nun endlich ein Re-Release der ersten Scheibe von Zed Yago, dieses Mal unter dem Banner von Velvet Viper. Remasterd wurde es im Mastersound Studio von Alexander Krull (Leaves Eyes, Atrocity).

Die Re-Release Ausgabe vom From Over Yonder wird ab dem 21.08.2020 über Massacre Records als CD und limitiertes Vinyl mit neuem Artwork verfügbar sein.

Wie wohl die meisten Fans wissen, existierten Zed Yago mit ihrer Sängerin Jutta Weinhold nur kurze fünf Jahre (1985 – 1990) und brachten zwei für den deutschen Metal bedeutsame Alben mit dem hier From Over Yonder und Pilgrimage (hier geht es zum Review) heraus. Dann löste sich die Band auf, es gab rechtliche Auseinandersetzungen. Jutta Weinhold machte unter eigenem Namen (was sie bereits auch schon vorher tat) und mit der Band Velvet Viper weiter. Jimmy, der damalige Gitarrist, reformierte Zed Yago 1997 anlässlich eines Gigs auf dem Wacken Open Air, und machte mit einem geänderten Line-Up (mit seiner Frau Yvonne als Sängerin)  unter dem Bandnamen Zed Yago weiter.

Toll, dass die Grande Dame des deutschen Rock und Metal nun den Re-Release der beiden
Alben unter der Flagge von Velvet Viper herausbringen kann, die eine Rock ’n‘ Roll-Seuche mit dem Namen Egoismus lange Jahre verhindert hat.

Jutta Weinhold war schon lange vor der Zed Yago Zeit im Rock und Metal eine bekannte Größe. Vor allem die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg brachte ihr eine größere Bekanntheit ein. Auf Lindenbergs erstem Livealbum Livehaftig sang sie die kompletten weiblichen Gesangsparts ein.

From Over Yonder ist das Debütalbum von Zed Yago. Wie der Nachfolger auch, ist das Album dem Heavy Metal zuzurechnen. Stilistisch ist die Band nach eigener Aussage der Richtung Dramatic Metal zuzuordnen. Der Sound ist recht schwer und für die damalige Zeit auch recht hart. Inspiriert wurde man auch von der klassischen Musik von Richard Wagner.

Thematisch geht es um die Geschichte der fiktiven Tochter des Fliegenden Holländers. Beim Fliegenden Holländer handelt es sich um eine Sage, deren Ursprung nicht bekannt ist. Das Thema wurde durch die gleichnamige Oper von Richard Wagner, die 1843 in Dresden uraufgeführt wurde, einem großen Publikumskreis näher gebracht.

From Over Yonder ist dabei die perfekte Symbiose zwischen orchestralem Symphonic Metal und klassischen Heavy Metal, der immer ganz klar im Vordergrund steht.

Den besonderen Touch bekommen die Songs durch Jutta Weinholds außergewöhnliche Rockröhre. Damit kommt eine gewisse Dynamik und epische Breite in die Mucke. Keine künstliche Dramatik, wie man es bei heutigen sogenannte female fronted Symphonic Bands manchmal sieht und hört. Meist fallen diese Bands alleine durch die Kleidung der Frontfrauen auf und das war es auch schon bzw. wird es dann kitschig. Jutta Weinhold ist in ihrer Performance sehr authentisch und ausdrucksstark in ihrer Stimme.

Zur Recht kann man hier vom wegweisenden deutschen Metal der Achtzigerjahre sprechen.

Nach mit dem fulminanten Beginn des Titelsongs From Over Yonder erleben wir Richard Wagners Ouvertüre zum The Flying Dutchman. Die Ouvertüre bietet die dramatische Einleitung für das erstklassige Zed Yago. Es folgen Songs, die ihre Wirkung kaum verfehlen. Toller Heavy Metal der Achtziger. Eindrucksvoll präsentiert. Heavy Metal, der auch einige spannende Metal Hymnen vorweisen kann. Die Songs präsentieren sich mit eindrucksvoller Gitarrenarbeit und einer noch eindrucksvolleren Stimme. Das macht richtig Spaß. Die Songs Rebel Ladies und Stay The Curse will ich hier einmal besonders hervorheben.

Auf der CD-Version befinden sich noch drei Bonussongs, wovon zwei Liveaufnahmen von 1989 sind. Der Bonussong The Schmied, der auf dem Original nicht vorhanden war, ist auf der CD und auf der Vinylversion vorzufinden.

Velvet Viper – From Over Yonder (Re-Release)
Fazit
Ich zähle From Over Yonder und Pilgrimage jetzt einfach mal zu den Standardwerken der Achtziger. Beide sollte jeder Fan in jeder seiner Sammlung stehen haben. Hier besteht sogar die Chance, From Over Yonder remasterd zu ergattern. Alex Krull hat da sehr gute Arbeit geleistet. From Over Yonder und sein Nachfolger Pilgrimage, den ich für noch ein wenig ausgereifter halte, sind ein tolles Beispiel, wie guter (female fronted) Heavy Metal der Achtziger sein sollte. Jutta Weinhold rocks!

Anspieltipps: From Over Yonder, Zed Yago und Rebel Ladies
Juergen S.
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