Warkings – Reborn

„Da muss noch mehr kommen!“

Artist: Warkings

Herkunft: Norwegen

Album: Reborn

Spiellänge: 41:39 Minuten

Genre: Power Metal, True Metal

Release: 16.11.2018

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/warkingsmetal/

Bandmitglieder:

Gesang – The Tribune
Gitarre – The Crusader
Bassgitarre – The Viking
Schlagzeug – The Spartan

Tracklist:

  1. Give ‚em War
  2. Never Surrender
  3. Hephaistos
  4. Gladiator
  5. Holy Storm
  6. Battle Cry
  7. Fire Falling Down
  8. Sparta
  9. The Last Battle

Zumindest hat die neue Band Warkings ein Konzept, das Freunden von Fantasy oder Sandalenfilmen der Marke Gladiator oder 300 gefallen muss. Und fast schon poetisch von der Band oder der Plattenfirma beschrieben wird: „Die Seelen von echten Kriegern dürfen nach einem ehrenvollen Tod neben ihren Göttern verweilen. So geschah es, dass sich vier der tapfersten Kriegshelden begegneten: ein römischer Tribun, ein wilder nordischer Krieger, ein strenger Kreuzritter und ein tödlicher Spartiat. Der Gottvater selbst war von dieser Begegnung so begeistert, dass er alle vier wieder zum Leben erweckte. Fortan wurden sie die Warkings genannt und sollten puren und unverfälschten Heavy Metal als neue Religion verbreiten und die wahren Geschichten ihrer Taten unter die Menschheit bringen.“ Herrlich, oder?!? Passend zu diesem in der obigen Eloge beschriebenen Konzept treten bei Warkings die Musiker nur mit Pseudonym und in Verkleidung eines römischen Tribuns (das ist der Sänger), Kreuzritters (Gitarrist), Wikingers (Bass) und Spartaners (Drums) auf. Also im Video. Die Tour fängt bald an, aber da wird das vermutlich auch so sein. Das Konzept wirkt stimmig, genauso wie das Cover und man ist auf jeden Fall neugierig.

Dann kommt die Musik. Und die enttäuscht unterm Strich irgendwie etwas. Weil immer wieder Potenzial aufblitzt. Es macht sich stetig der Eindruck breit, dass mehr möglich war, als auf dem Debütalbum Reburn letztlich geboten wird. Das fängt mit dem Opener Give ‚em War an: Erst schlackern einem die Ohren, weil die Produktion, die Drums und Gitarrenriffs so bockstark sind und zudem der Sänger ein wunderbar klar und kräftiges Organ hat, das er technisch sauber beherrscht. (Mit etwas Recherche ist übrigens klar, dass es sich um Georg Neuhauser von Serenity handelt.) Doch nach nur einer Minute und zwanzig Sekunden wird das Tempo rausgenommen und es kommt eine 08/15-Überleitung zu einem Refrain, der stark an Hammerfall, Stratovarius und ähnliche Bands erinnert, nur leider besser und irgendwie bissiger.

Und so geht es weiter: Song Nummero zwo mit dem bezeichnend-kitschigen Titel Never Surrender kracht wunderbar los und versumpft dann fast schon tragisch in einem nicht wirklich erträglichen Tralala-Refrain mit Hoppel-Galoppel-Double-Bass-Drums. Der dritte Song Hephaistos nervt zwar nicht so mit seinem Refrain und hat einen guten Solo-Mittelteil – der als Stampfer angelegte Tribut für den griechischen Gott des Feuers kann aber ebenfalls nicht überzeugen. Also weiter zu Gladiator, das, wie das gesamte Album, vor tumben Songtexten nur so trieft, aber das wird Genre-Freunde weniger stören, als dass hier wieder das bekannte Gefühl aufkommt: Hier war mehr drin! Irgendwie will auch der vierte Song nicht zünden. Trotz netter Details hier und da wie etwa einem growlenden Backing-Vocal. Nett, mehr nicht.

Holy Storm ist einmal mehr nicht zwingend – so oder ähnlich tausendmal gehörter Metal in der Schnittmenge von Hammerfall, Stratovarius, sowie ab und zu auch Gamma Ray. Mit Battle Cry kommt dann der wohl stärkste Song, da der Refrain eine eingängige, melancholische Harmonielinie hat, die aus der sonstigen Massenware heraussticht. Fire Falling Down kann man sich getrost sparen, auch wenn versucht wurde, mit modernen Stilmitteln etwas Salz in die lasche Suppe zu bringen. Sparta ist mehr wie ein Bonustrack, da dort der Sänger der Death-Melat-Combo Debauchery growlt (auf YouTube nimmt den Part eine Dame namens The Queen Of The Damned ein, die in Wirklichkeit Melissa Bonny von der Band Rage Of Light ist). Der Song passt damit nicht so recht zum Rest der Scheibe und ist eher naja, auch wenn der klar gesungene Refrain Anklänge einer Hymne hat, aber halt nur fast. Wenn man dann beim nur Zeit füllenden The Last Battle angekommen ist, muss man konstatieren: Nee Jungs, das muss besser werden.

Fazit: Für ein Debüt nicht schlecht und man ahnt, dass da noch deutlich mehr in der Band Warkings stecken könnte. Aber Reborn dürfte selbst bei der Zielgruppe – also Fans von Bands wie Hammerfall, Stratovarius oder Kamelot – kaum mehr als ein Lächeln einbringen. Wer wie diese Band betont maulstark auftritt und als Kriegsgötter wahrgenommen werden will, der muss schon noch mehr Mut beweisen und sich musikalisch von der Masse abheben. Das ist immer wieder ganz nett, hin und wieder sogar richtig stark, aber zu 90 Prozent leider 08/15.

Anspieltipps: Battle Cry und Give 'em War
Tobias K.6.5
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