Zehn Monate Coronakrise und noch lange kein Ende in Sicht. Wir haben in den vergangenen Monaten schon oft darüber berichtet, welche Auswirkungen das Coronavirus mit all seinen Maßnahmen zur Eindämmung für viele Bands und Künstler, aber auch für die gesamte Veranstaltungs- und Eventbranche hat. Während viele Bands und Künstler sich in den letzten Monaten immer wieder neu erfunden und Wege gefunden haben, um den einen oder anderen Euro in die leeren Bandkassen zu spülen, sei es mit Streamingkonzerten oder Abstandskonzerten, mit Gigs in Autokinos und vor Strandkörben, mit speziellem Corona-Merch oder mit Crowdfunding-Kampagnen gibt es hinter den Kulissen eine Menge Menschen, die alle irgendwie in der Veranstaltungsmaschinerie tätig sind, Clubbesitzer, Veranstalter, Techniker, Stagehands, Equipment Firmen, Security, Catering-Firmen … etc., zig Tausende Menschen, die von der Coronakrise ebenso hart getroffen wurden wie all die Bands und Künstler, denen mit dem Lockdown sämtliche Einnahmen weggebrochen sind und die nicht mal eben ein Streaming- oder Abstandskonzert spielen können, um das nötige Kleingeld für Miete, Versicherungen oder einen gefüllten Kühlschrank einzusammeln.
Die gesamte Veranstaltungs- und Eventbranche war die Erste, die zu Beginn der Pandemie nicht mehr arbeiten konnte/durfte und sie wird voraussichtlich die Letzte sein, die wieder aktiv werden kann/darf. Zwar wurden von der Regierung in Berlin immer wieder großspurige Versprechungen gemacht, doch weiß auch jeder, dass Zusagen aus Berlin oft das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben werden. Während große und wichtige Konzerne Millionen von Hilfsgeldern kassieren, guckt die Veranstaltungsbranche bisher in die Röhre und wenn doch mal vereinzelt Gelder fließen, sind diese ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Das Kasperletheater in Berlin hat leider immer noch nicht begriffen, dass Kultur in Deutschland genauso wichtig ist, wie viele andere Branchen auch.
Wir haben in den vergangenen Monaten immer wieder einmal über den einen oder anderen Club berichtet, der durch die Coronakrise in finanzielle Schieflage geraten ist und dringend Hilfe brauchte. Die meisten dieser Clubs existieren bisher noch, weil die Hilfsbereitschaft sehr groß war, weil der Zusammenhalt in der Szene enorm ist, weil wir alle wissen, wie wichtig jeder noch so kleine Club ist, wenn wir auch in Zukunft noch gemeinsam Konzerte besuchen wollen. Ohne Unterstützung wird es wohl kaum ein Club durch die nicht enden wollende Krise schaffen und ohne die Clubs, oder auch all die Menschen, die in der Veranstaltungs- und Eventbranche arbeiten, wird unsere Zukunft verdammt still werden.
Aktuell steht der Rock & Metalkneipe Come Inn in Renchen in der Ortenau das Wasser bis zum Hals. Der eine oder andere aufmerksame Time For Metal Leser ist in der Vergangenheit sicherlich schon einmal über das Come Inn gestolpert, da wir in der Vergangenheit des Öfteren dort unterwegs waren und für euch von Konzerten wie z.B. Blaze Bayley, oder dem jährlich stattfindenden Benefizfestival Black Nose Day berichtet haben.
Die derzeitigen Betreiber des Come Inn, Bonny und Chris, hatten eine Menge Pech, denn zehn (!) Tage nachdem sie den Laden von den vorherigen Betreibern übernommen hatten, kam der Lockdown und sie mussten nur wenige Tage noch der Eröffnung wieder schließen. Es ist eigentlich unglaublich, die beiden wollten sich mit dem Come Inn einen Traum erfüllen und uns allen eine Menge guter Konzerte bescheren, aber das sind Geschichten, die das Leben schreibt. Innerhalb der wenigen Tage, an denen das Come Inn geöffnet war, konnten die beiden natürlich nicht genügend Rücklagen schaffen, um einen Wochen andauernden Lockdown und eine Monate andauernde Krise zu überstehen. Über den Sommer haben die beiden versucht was ging, aber durch all die Vorgaben, Maßnahmen und Einschränkungen war auch das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mittlerweile sind alle Ersparnisse aufgebraucht und Unterstützung vom Staat bekommen Bonny und Chris nicht, da das Come Inn als selbstständig im Nebenerwerb läuft. Mit seinem normalen Gehalt kann Chris das alles nun nicht mehr stemmen und eine Verschuldung kommt nicht infrage, weil sie ihren Kindern eine gewisse Sicherheit bieten wollen, logisch. Weiterführende Planungen sind derzeit auch nicht möglich, da niemand absehen kann, wie lange der derzeitige Lockdown und die Krise noch gehen und so müssen auch sämtliche Bands, die derzeit für 2021 anfragen, vertröstet werden.
Nun gehen die beiden einen Weg, den sie eigentlich nie gehen wollten, und haben eine Rettungsmission für das Come Inn in Gang gebracht und hoffen auf euer aller Unterstützung. Hier könnt ihr das Come Inn unterstützen: https://paypal.me/pools/c/8vcMejK9kF
Hier der Hilferuf von Bonny und Chris:
„Hey meine Lieben!
Ihr habt uns als ehrliche, aufgeschlossene Wirtsleute kennengelernt. Momentan sitzt der Schock sehr tief: Leider haben wir keine guten Nachrichten!?
Wir fallen aus der kompletten Hilfe raus, weil Chris noch arbeitet und ich als Ehefrau nicht zähle. Der deutsche Staat ist der Meinung, dass Chris mit seinem normalen Gehalt die finanzielle Belastung von privat und Kneipe selbst tragen kann und muss (Er verdient nicht mehr als jeder andere der arbeitet). Wir stemmen seit 2 Monaten alles selbst ohne jegliche Hilfe und lassen uns immer etwas einfallen. 10 Tage nach Eröffnung wurde der Laden durch den ersten Lockdown geschlossen. Wir haben im Sommer versucht was geht, aber nun sind wir leider an dem Punkt, wo keine Reserven mehr da sind und wir wirklich nicht mehr weiter wissen. Wir möchten uns nicht verschulden – auch der Kinder wegen!
Nun haben wir privat so mega tolle Nachrichten bekommen, um einen Schritt zu wagen, den wir eigentlich nicht gehen wollten, sehen aber ein, dass es nicht anders geht ?.
Wir haben ein Spendenpool via PayPal eingerichtet:
FCK Rettungsmission Come Inn .
https://paypal.me/pools/c/8vcMejK9kF
Wir wissen, dass es gerade jeder sehr schwer hat. Kurzarbeit, Weihnachten usw. und nicht nur wir sind betroffen. Wir haben uns so drauf gefreut, mit euch abzurocken und die Wochenenden bis zum Morgen durchzufeiern und würden das auch gerne wieder gemeinsam mit euch machen. Aktuell erhalten wir auch viele Anfragen von Bands fürs Jahr 2021 – müssen aber leider vertrösten, da wir selbst nicht wissen, wie es weitergeht. Mit eurer Unterstützung könnten wir aber diese schwere Zeit gemeinsam überstehen. Wir haben viele von euch ins Herz geschlossen und schon Bomben Abende erleben dürfen. Dafür sind wir euch unendlich dankbar. Diese Erfahrung werden wir nie vergessen ?.“



