My Super Sweet 16 (30. Jubilee) mit Purify und Eradicator am 27.04.2017 im Alexander The Great (ATG) in Mainz

„My Super Sweet 16 (30. Jubilee) mit Purify und Eradicator am 27.04.2017 im Alexander The Great (ATG) in Mainz“

Bands: Purify, Eradicator

Ort: Alexander The Great (ATG), Hintere Bleiche 8, 55116 Mainz

Datum: 27.04.2017

Kosten: 9 Euro AK

Genre: Thrash Metal

Besucher: ca. 70 Besucher

Veranstalter: Hardrockclub „Alexander The Great“ und die Bands

Link: https://www.facebook.com/events/1691955924158226/

Setlisten:

[cbtabs][cbtab title=“Eradicator“]
1. Moshproofed
2. Doomsday
3. Evil Command
4. Last Days Of Defiance
5. Paint The White Flag Black
6. Slavery
7. Two Thousand Thirteen
8. Read Between The Lies
9. Into Oblivion
10. Capitol Punishment

[/cbtab][cbtab title=“Purify“]
1. Intro
2. MTV
3. Make My Day
4. Hate Fuck Die
5. Sucker
6. Rodent
7. Gunslinger
8. Gods Bitch
9. Leprechaun
10. Guinea Pig
11. Motorpriest
[/cbtab][/cbtabs]

Vorgestern Symphonic Metal, gestern Psychedelic Blues Rock und heute Abend gnadenlosen Thrash Metal. Kontrastreicher kann eine Woche eigentlich nicht sein.

Heute Abend ist dreckiger Thrash Metal im ATG in Mainz angesagt. Obwohl eine harte Woche für mich, habe ich Thomas Glaser, dem Bassisten von Purify für den heutigen Abend zugesagt und möchte die Zusage auch einhalten. Ich weiß nicht wie oft ich dem lieben Thomas Glaser bei Gigs von Purify oder seiner anderen Band Orcus Patera (für deren Album durfte ich Anfang des Jahres ein Review machen) schon absagen musste.

Aber heute Abend werde ich mir Purify ein weiteres Mal reinziehen. Gesehen habe ich Purify bereits vor einem Jahr bei Anja im Second Home in Runkel. Dort haben sie mich mit ihrer denkwürdigen Art begeistert.

Am heutigen Abend sollten ja eigentlich drei Thrash Metal Bands spielen: Purify, Eradicator und Godslave. Eradicator und Godslave auf ihrer Promotour zu den neuen Alben. Einen Tag vorher erfahre ich von Thomas Glaser, dass Godslave ausfallen werden. Einen Ersatz wird es nicht geben.

Beginn soll eigentlich 21:00 Uhr sein. Kurz vorher noch meinen Metal Kumpel Stefan abgeholt und los nach Mainz. Punktlandung! Um 21:00 Uhr sind wir da. Also pünktlich zum Konzertbeginn, denke ich. Falsch gedacht! Ich begrüße Thomas und Guido von Purify, der bei dieser Veranstaltung zum 16. Mal seinen 30. Geburtstag feiert. Wann es beginnen soll, weiß keiner so recht. Aber irgendwann schon ist die Antwort. Es wird dann so ca. 22:00 Uhr, bis ohne Vorwarnung die Jungs von Eradicator die Bühne betreten. Die fangen mit einem richtig dreckigen Thrash an. Ich denke zuerst, einen ihrer Bandmitglieder haben sie vergessen, oder der hat sich irgendwo an der Theke oder draußen noch festgeschwätzt. Weit gefehlt. Bassist Sebastian Zoppe ist heute ausgefallen. Gitarrist und Sänger Sebastian „Seba“ Stöber erklärt nach dem ersten Song, dass sie am heutigen Abend ein bassfreies Set machen werden, da Bassist Sebastian Zoppe verhindert sei. Das geht erstaunlich gut. Das Set beginnt mit den Songs Moshproofed und Doomsday vom aktuellen Album Into Oblivion. Ich durfte von Into Oblivion vor Kurzem ein Review machen (hier geht es zum Review). Into Oblivion ist bereits das vierte Album von Eradicator in ihrer vierzehnjährigen Bandgeschichte. Neben den vorgenannten Songs und dem Titelsong Into The Oblivion schafft es noch Paint The White Flag Black auf die heutige Setlist. Eradicator spielen hochklassigen Oldschool Thrash Metal nach dem Motto: Thrash, Thrash, Thrash … Bang or die! Der Opener Moshproofes ist ein Thrashgewitter. Paint The White Flag Black ist ein richtiger Nackenbrecher. Die Jungs um Sebastian „Seba“ Stöber haben eine Menge Spaß, der sich auf das Publikum überträgt. Sebastian „Seba“ Stöber trägt übrigens auf der Bühne seine Haare offen. Sein Gesicht ist fast nie zu sehen. Irgendwie kommt er wie ein Wischmopp rüber, der singt und geil Gitarre spielt. Da muss ich aber ehrlich gestehen, ein wirklich tolles Screamen. Apropos Wishmopp: Der wird nachher bei Purify auch noch eine Rolle spielen. Die Bandmitglieder Robert „Robb“ Wied an der Gitarre und Jan-Peter „Pitti“ Stöber an den Drums (der eine ähnliche Friseur zu Schau stellt) unterstützen ihn außerordentlich gut. Schon erstaunlich, wie sie den fehlenden Bass kompensieren. Eradicator gehören für mich zur Spitze des Old School Underground Thrash Metals. Technisch versiert und in den einzelnen Songs sehr verspielt, bringen sie den Thrash Metal authentisch rüber und sorgen dafür, dass auch alte Säcke in Bewegung bleiben. Sebastian möchte beim Song Into Oblivion einen auf Guido heben, stößt auf ihn an und bittet ihn auf die Bühne. Guido ist jedoch nicht da und wird so schnell auch nicht gefunden. Das wird dann später nachgeholt. Nach den Zugaben verlassen sie mit viel Applaus die Bühne.

Ein paar nette Gespräche mit den Jungs schließen sich an. Jetzt tragen die beiden Stöbers doch tatsächlich die Haare nicht mehr offen. Ich hätte sie fast nicht mehr erkannt . Robert „Robb“ Wied trägt sein Haar nach wie vor offen. Jan-Peter hat eine Flasche Kettenfett am Merchstand. Großzügig schenkt er den anderen Musikern und den Fans ein. Die muss heute Abend leer werden.

Nur eine ganz kurze Pause, dann treten Purify, die Reference Class A – Thrashmetal Band aus Mainz / Wiesbaden auf die Bühne. Endlich spielen Purify mal wieder vor heimischen Fans. Die Fans wissen auch gleich, was hier abgehen wird. Die vier Musiker Mönch (Vocals), Holzbein / Guido (Guitar), Thomas (Bass) und David (Drums) stehen für ausgezeichneten und authentischen Proll Thrash. Ihre Wurzeln sehen sie in Bands wie Exodus, Overkill, Megadeth, Forbidden und Demolition Hammer. Dem Bierkonsum einer Band wie Tankard stehen sie in nichts nach. Figürlich steht Thomas dem Gerre (Sänger von Tankard) am ehesten Nahe. Von Beginn an lassen Purify erwartungsgemäß auch die Sau raus. Da wird das Publikum standardmäßig provoziert und umgekehrt. Es geht hin und her. Alle haben sichtlich Spaß beim Prollen. Gnadenlos hervor hebt sich hierbei Sänger Mönch, der immer gerne in den Songpausen erzählt und auf die Fans mit Sprüchen wie „ihr Fotzen“ oder „halts Maul“ eindrischt.

Kasalla bekommt er ab und an von Thomas. Mönch hat nicht immer ein Mikrofon zur Hand. Manchmal versucht er sich an einem Wischmopp. Dies beherrscht er vorzüglich. Mönch muss seine Stimme ausführlich und gut mit Gerstensaft ölen. Das machen auch die anderen Bandmitglieder, obwohl sie nicht singen müssen. Naja, Thomas hat ja auch ein paar Vocals beizutragen. Dafür braucht er auch ganz gut Schmierung. Zusätzlich zu Guidos zigsten 30. gibt es heute Abend noch etwas zu verkünden, bzw. zu zelebrieren. Drummer Alex wird in aller Ehre und Freundschaft Purify verlassen, um sich demnächst mittelalterlicher Musik zuzuwenden. Eigentlich Verrat am Metal, aber seine Bandkollegen verzeihen es ihm. Dafür werden heute Newdrummer David feierlich die Drumsticks übergeben. Ob das mit den alten Säcken gut geht? David ist noch recht jung und wird die Tortur der alten Säcke von Purify über sich ergehen lassen. David übernimmt direkt mit dem zweiten Song Make My Day die Drumsticks von Alex und trommelt sich durch die heutige Setlist, die überaus spaßigen und bodenstämmigen Underground Thrash Metal vom Feinsten enthält. Beim Song Motorpriest übergibt er das Holz wieder an Alex, der mit diesem Song seine glorreiche Zeit mit Purify beendet! Das läuft ja wie geschmiert, zumal Eradicator Drummer Jan-Peter bei dieser Nummer auf der Bühne mit Kettenfett nachhilft. Weit nach Mitternacht ist dann die große Sause zu Ende. Ich verabschiede mich noch bei Thomas und den anderen Musikern.

Fazit: Kultiger, spaßiger und ausgelassener Underground Thrash Metal Abend mit Eradicator und Purify im ATG Mainz. Eine Menge Spaß bei allen, inklusive Musikern. Die anwesenden Headbanger sind voll auf ihre Kosten gekommen. Das schreit förmlich nach Wiederholung.

Weitere Beiträge
Hardbone + Support am 19.12.2019 im Das Bett in Frankfurt am Main (Vorbericht)