Grave Digger – Tour Of The Living Dead – Support Burning Witches am 12.01.2019 im JUZ in Andernach presented by TFM.rocks

„Grave Digger – Tour Of The Living Dead – Support Burning Witches am 12.01.2019 im JUZ in Andernach presented by TFM.rocks“

Bands: Grave Digger, Burning Witches

Ort: JUZ Andernach, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 12.01.2019

Kosten: 28 € VVK

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Besucher: 600

Veranstalter: A Chance For Metal www.acfm.info

Link: https://www.facebook.com/events/197837437711722/


1. Executed
2. Metal Demons
3. Hexenhammer
4. Bloody Rose
5. Save Me
6. Black Widow
7. Open Your Mind
8. Holy Diver
9. Burning Witches


1. Fear Of The Living Dead
2. Tattooed Rider
3. The Clans Will Raised Again
4. Lionhard
5. Blade Of The Immortal
6. Lawbreaker
7. The Bruce
8. Dark Of The Sun
9. Call For War
10. The Curse Of Jaques
11. Wargod
12. Season Of The Witch
13. Highland Farewell
14. Circle Of The Witches
15. Excalibur
16. Rebellion
17. Healed By Metal
18. Zombie Dance
19. Heavy Metal Breakdown

Am 27.12. und am 29.12.2018 haben wir zum Jahresabschluss hier im JUZ in der heiligen Halle des Metals zwei phänomenale Konzerte im vollen Haus erlebt. Heute steht das erste Event des noch jungen Metal Konzertjahres in Andernach an. Grave Digger haben mit The Living Dead ihr zwanzigstes Album in ihrer fast vierzigjährigen Karriere herausgebracht. Das gilt es auf der diesjährigen Tour zu promoten.

Mit Grave Digger werden heute Abend hier die Burning Witches aus der Schweiz erscheinen. Die haben vor Kurzem ihr neues Werk Hexenhammer bei Nuclear Blast veröffentlicht. Da sind wir hier alle auf die Liveumsetzung der jungen Schweizer Hexen total gespannt.

Mit den Burning Witches habe ich heute kurz vor dem Konzert einen Interviewtermin. Also bin ich heute sehr früh am Veranstaltungsort und verschaffe mir zuerst einmal Einlass. Ich finde schnell jemanden, der mich reinlässt. Ich werde den Hexen vorgestellt und mache mit Seraina und Jay das Interview (hier geht es zum Interview). Ich wünsche ihnen noch viel Glück für ihren Gig nachher und warte drinnen, bis der offizielle Einlass ist.

Schnell treffe ich auf Freunde und Bekannte und wir feiern vor Konzertbeginn bereits schon mal etwas an der Theke. Heute ist hier wieder einmal super Stimmung. Schnell wird auch klar, dass sich die Halle heute erneut sehr stark füllt, also wird es wieder recht eng. Für die anwesenden Bands freut es mich sehr, dass sie hier in Andernach solchen Zuspruch haben.
Ich würde mal sagen, dass hier Anhänger beider Bands recht gemischt sind. Das hatte ich eben bereits Seraina und Jay gesagt. Meine Frau trifft dann auch pünktlich zum Konzertbeginn ein.

  

Als wenn die Burning Witches auf sie als Oberhexe gewartet haben, beginnen sie auch augenblicklich mit ihrer Show :-). Und ich kann jetzt schon sagen: Es wird extrem heiß hier im JUZ. Das ist ja auch klar, denn es sind die Burning Witches, die da oben auf der Bühne stehen.
Die Setlist beginnt mit Executed. Der Song beinhaltet die letzte Hinrichtung in der Schweiz einer angeblichen Hexe im 17. Jahrhundert, also schon lange, nachdem die Anwendung des Hexenhammers, des ominösen Buches des Mittelalters, verboten war.

Direkt bei Executed zeigen uns Burning Witches wo es hingeht. Die Gitarren schrillen auf und die erste Heavy Metal Hinrichtung erfolgt. Voller, traditioneller Heavy Metal mit schönen Riffs, tollem Gitarrensolo und schönen kratzigen Shouts von Sängerin Seraina Telli. Das geht schon mal gut rein. Die Mucke ist ziemlich geil und die fünf Hexen auf der Bühne geben dazu ein tolles Bild ab.

  

Nach Metal Demons vom ersten selbst betitelten Album geht es gleich zum Titelsong des neuen Albums Hexenhammer. Hexenhammer ist ein Song mit absoluter Power, zwar nicht zu schnell, aber dennoch mit einer gehörigen Portion Dynamik. Eine ganz tolle Nummer. Passend zur Nummer entdecke ich vorne im Fotograben den Hexenhammer, das ominöse Buch der Hexenverfolgung im Mittelalter, vor dem Mikroständer von Saraina liegen. Der Witch Circle ist eröffnet und im vollen Gange. Die Hexen fliegen auf ihren Besen unnachahmlich auf der Bühne nur so daher und versprühen eine Menge Power. Kann auch sein, dass ich mit der Aussage ihrer Besen mich irgendwie versehen habe und es ihre Instrumente sind. Auf jeden Fall eine Menge Power. Die Gitarristinnen Romana und Sonia sind allererste Sahne. Man merkt ihnen an, dass sie noch junge Hexen sind und es ihnen Spaß macht, ihre Saiteninstrumente zu bedienen.

  

Auf der linken Seite sind permanent im wilden Rausch, gleich so, als ob sie einen Zaubertrank genommen hätten, Gitarristin Sonia und Bassistin Jay in Action. Romana die andere Gitarristin hält sich meist auf der rechten Seite auf und kommt auch ab und zu mal angerauscht. Lala am Schlagzeug befeuert ihre Kolleginnen im Hintergrund. Burn Witch burn!!!

 

Und immer wieder die markerschütternden Shouds von Oberhexe Seraina am Mikro. Extrem geile Stimmung hier in der Halle. Nicht nur die Hexen brennen, auch ihre Fans haben ausgelassene Stimmung. Es geht weiter mit neuem und auch altem Songmaterial.
Der vorletzte Song ist dann eine Coverversion von Dio‘s Holy Diver. Da habe ich mich schon etwas von vorne entfernt, um der Hitze zu entgehen, um eine Abkühlung zu nehmen. Bei Holy Diver ruft doch wirklich jemand in meiner Nähe: „Ist das nicht Holy Diver, das ist doch Frevel!“ Also jetzt mal ganz langsam mein lieber Fan!!! Das Cover ist gut gemacht und damit ist es eine gute Covernummer. Aber eigentlich brauchen das die Burning Witches gar nicht, denn sie zeigen ja, dass sie selbst gute Songs machen können und sich da nicht unbedingt anderer Songs bedienen müssen. Aber gut, das schmälert den heutigen Abend nicht. Da kann ich dem Fan in Anlehnung des vor Holy Diver vorangegangen Songs nur sagen: Open Your Mind du Schnösel.

  

Der absolut kurzweilige und auch wirklich aufregende Gig von Burning Witches endet in bester Heavy Metal Manier mit dem gleichnamigen Titelsong ihres ersten Albums Burning Witches. Da brennt es nochmals lichterloh und der Scheiterhaufen wird entfacht. Da müssen die Headbanger aufpassen, dass sie sich die Haare nicht verbrennen.
Seit Burning Witches den Heavy Metal Kampf aufgenommen haben, ist ihr Siegeszug unaufhaltsam und der Hype um das Quintett ist riesengroß. Auch die heilige Metalhalle hier im JUZ in Andernach haben sie auf ihren Besen in Form der Instrumente schnell eingenommen und bestens gezeigt, wieso das Quintett zu Recht viel Aufmerksamkeit bekommt!

  

Jetzt geht es zuerst einmal raus und es wird ein wenig das Feuer gelöscht. Wir haben eine Menge Spaß! Andreas V. Lipinski, der Sänger von Wolfen, ist heute Abend natürlich auch hier, denn sein Kumpel Chris Boltendahl hat auf Wolfens letzter Platte mit dem Titel Rise Of The Lycans als Gastsänger fungiert. Also schaut man mal vorbei, wenn der Kumpel auf Tour in der Nähe ist. Genauso wie die beiden Alben Burning Witches (hier geht es zum Review) und Hexenhammer (hier geht es zum Review) von den Burning Witches habe ich Grave Diggers neues Album The Living Dead rezensiert (hier geht es zum Review). Auch an Wolfens Rise Of The Lycans kam ich nicht vorbei (hier geht es zum Review).

The Living Dead ist das zwanzigste Album der Totengräber innerhalb von vierzig Jahren!!! Bandgeschichte. Klar, Grave Digger kennt eigentlich jeder. Auch in Andernach sind sie keine Unbekannten. Ich weiß ja nicht, ob der Titel The Living Dead so etwas wie eine Selbstironie darstellen soll!? Vierzig Jahre ist schon eine Menge Holz, da sind bereits einige Bands von der Bühne verschwunden und einige bewegen sich dann doch wie lebendige Tote auf der Bühne herum. Das ist bei Grave Digger heute überhaupt nicht so, auch wenn sie als Bühnenbild das Cover ihrer neuesten Platte gewählt haben, also einen Friedhof mit Zombies und auch dem Reaper.

  

Nach einem Zombieintro geht es direkt los mit dem Song Fear Of The Living Dead, der auch auf dem neuen Album der Opener ist. Fear Of The Living Dead beginnt mit dem bekannten Kinderlied Schlaf Kindlein Schlaf, bevor es metalisch wird. Der weitere Verlauf, besonders bedingt durch den Refrain, eignet sich wunderbar zum Mitgrölen. Da wird dann auch bereits beim ersten Song wunderbar mitgegrölt. Ein geiles Gitarrensolo von Axel Ritt gibt es natürlich dazu. Gitarrist Axel Ritt bringt heute wie gewohnt einige tolle Gitarrensoli, steht aber meistens verhalten auf seiner Seite und schaut überwiegend auf seine Saiten oder den Boden. Ich mache mir nun doch Sorgen, dass ihn vielleicht doch ein Zombie erwischt hat. Aber ich glaube, er ist doch noch mal davongekommen. Ab und zu lächelt er sogar zum Publikum. Ganz gewiss nicht von Zombies erwischt worden sind Chris Boltendahl und Bassist Jens Becker. Die beiden sind eher wie Derwische auf der Bühne. Stimmlich ist Chris Boltendahl gut drauf wie eh und je. Das Publikum nimmt er direkt für sich ein, indem er kontinuierlich mit diesem in Zwiesprache ist.

  

Auf der heutigen Setlist sind letztlich neben dem Opener Fear Of The Living Dead nur noch Blade Of The Immortal und Zombie Dance vom aktuellen Album vertreten. Zombie Dance ist eine Metal Polka. Sehr außergewöhnlich für Grave Digger. Das zeigt, dass sie Lust auf Neues haben. Ein bisschen spaltet dieser Song die Fangemeinde. Ich finde, dass das mal was anderes ist. Und wie ich bereits beim CD Review geschrieben habe, sehe ich bei diesem Song dann doch wahrlich Polka tanzende Metal Freaks!
Ansonsten gibt es aus dem reichhaltigen Repertoire von Grave Digger einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, zu dem unter anderem auch The Clans Will Raised Again vom gleichnamigen Album gehört, ebenso wie Songs von Alben der sogenannten Middle Ages Trilogy.

  

Fast könnte man meinen, dass Songs wie Season Of The Witch oder Circle Of The Witches eine Reminiszenz an die vorangegangen jungen Burning Witches von den alten Grave Digger sind.
Die Fans bekommen heute Abend das, was sie wollen. Eine Mischung aus Heavy Metal und Power Metal.
Ich habe Grave Digger im letzten Sommer auf dem Rockfels Open Air auf der Loreley gesehen. Da waren sie noch als Quintett zugange. Heute sind sie, nach dem Weggang von Drummer Stefan Arnold, nur noch als Quartett hier erschienen. Markus Kniep, der vorher die Keys bedient hat und dabei im Kostüm des Reapers aufgetreten ist, bedient nun die Drums und spielt nebenbei die Samples ein. Das klappt zwar, wenn auch manchmal ein wenig stockend, aber für die meisten Fans (so jedenfalls die Rückmeldung) ist der Abgang von Stefan Arnold eher ein Verlust. Dieser hat das letzte Album noch mit eingespielt.

  

Richtig wuchtig und mit einem Knaller aus meiner Sicht schlechthin endet der heutige Gig von Grave Digger. Die Fans bekommen Heavy Metal Breakdown vom gleichnamigen ersten Album der Band um die Ohren geschleudert. Das ist doch mal ein tolles Ende der Setlist.

 

Fazit: Der heute Gig im JUZ in Andernach war der zweite Tourstopp der laufenden Tour von Grave Digger und Burning Witches, der beide Bands bis in den Februar in verschiedene Städte in Europa führt.
Grave Digger haben bewiesen, dass sie auch nach vierzig Jahren noch zur Speerspitze des deutschen Heavy Metals gehören. Die Totengräber haben die lebenden Toten eine Polka tanzen lassen.
Die Schweizer Hexen Burning Witches haben gezeigt, dass sie zu Recht in einem irren Tempo auf ihren Besen auf dem Weg in den Heavy Metal Himmel sind. Ich gehe nach dieser tollen Show einfach mal davon aus, dass wir sie in Zukunft als Headliner bei größeren Shows sehen werden.

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