Wir befinden uns seit 20 Jahren in einem neuen Jahrtausend. Das legendäre Jahr hat nicht nur kalendarisch eine große Einwirkung auf uns gehabt, sondern ist das Geburtsjahr so manches Metalklassikers. In den 12 Monaten dieses Jahres wollen wir euch daher jeden Monat ein Album in einer kleinen Kolumne zurück in eure Ohren bringen. Dabei wurde das Augenmerk nicht nur auf die Großen des Genres geworfen. Ein Kriterium unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe ist, dass die Formation in diesem Jahr auch live unterwegs ist. Gestartet wird mit Hammerfall, die vor zwei Jahrzehnten Renegade aus der Presse drückten.

Renegade ist, wie schon erwähnt, das dritte Studioalbum der schwedischen Power Metal Gruppe, die zudem im klassischen Heavy Metal wildert. Am 09.10.2000 wurde es über Nuclear Blast veröffentlicht, kam auf etwas mehr als eine Dreiviertelstunde Spielzeit und beinhaltete zehn Werke. Das Dream-Team Oscar Dronjak und Joacim Cans suchte nach einem noch fetteren Sound und wollte die einzelnen Kompositionen noch härter ans Limit führen. Zum ersten Mal legte Michael Wagener als Produzent Hand an den Stücken an. Die Arbeitsweise wurde von ihm direkt umgestellt. Die Titel wurden nacheinander komplett aufgenommen, anstatt den Gesang am Ende aufzunehmen. Mit dem Instrumentaltitel Raise The Hammer hat Gitarrist Stefan Elmgren erstmals direkt an der Entwicklung einer Nummer mitgewirkt. Nach der Meinung von Joacim Cans war Always Will Be die erste richtige Ballade der Truppe. Die Erfolgstory ging jedenfalls weiter – in der Heimat erreichten sie erstmals Goldstatus und Platz 1. Über 40.000 verkaufte Auflagen brachten viele neue Anhänger.

Let your voice speak for the revolution
All join forces with all the powers that you feel
Let your heart beat for the revolution
Led by the Templars of Steel
Mit dem Blick aufs Artwork beginnt das Herz schneller zu schlagen. Hector reitet hammerschwingend auf einem schwarzen Ross aus der lichterloh brennenden Stadt. Neben dem Maingesang machen die Backvocals mächtig Boden gut. Die Jungs bilden eine Einheit, bringen ihre Musik authentisch rüber und können damit junge und alte Fans des Genres erreichen. Nicht weniger spannend geht es in der weiteren Reihenfolge weiter. Keep The Flame Burning lebt von hohen Einlagen, einem soliden Refrain, wo alle Anhänger gleich eingreifen wollen. Das Duo Stefan Elmgren und Oscar Dronjak harmoniert wie beim Vorgänger und kann noch mehr aus den einzelnen Kompositionen herausholen. Der Titeltrack kommt nicht zu kurz und wurde an passender Stelle ins Rennen geschickt. Living In Victory holt noch mal die Riffkeule heraus, lässt die Finger flink über die Saiten flitzen und kann noch heute eine jede Show der Schweden bereichern. Always Will Be, die erste richtige Ballade nach Angaben der Jungs, setzt einen beruhigenden Mittelpart, um dann mit The Way Of The Warrior einen Meilenstein herauszuhauen:
This is the way we want it to be
This is The Way Of The Warrior
This is the way we want it to be
Wie ein Krieger angestachelt, hält es keinen mehr in seinem Schreibtischstuhl, so ging es mir damals als 13 Jahre alter Jugendlicher jedenfalls. Mit dem Lebensgefühl von Freiheit, eigenem Willen und der Möglichkeit, Berge zu versetzen, hat dieser Song mein Leben bis heute geprägt.

Nach Renegade folgte Crimson Thunder, der das magische Quartett abschließen sollte. Die ersten vier Produktionen zählen zu den größten der Gruppe, mit denen sie weltweit für Aufsehen gesorgt haben. Nach ein paar kleinen schwächere Phasen, die Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken einläutete, schafften es die Power Metal Heros spätestens mit (r)Evolution und Built To Last, eine zweite Erfolgswelle loszutreten. Der Stellenwert in der Szene darf als groß bezeichnet werden. Der Wunsch, in eine Liga der ganz großen Legenden des Rocks aufzusteigen, wurde ihnen zwar verwehrt, den Heavy Metal haben sie und prägen sie nach wie vor trotzdem positiv – das liegt nicht zuletzt mit an den beiden Gesichtern von Oscar Dronjak und Joacim Cans.

Alle Stationen findet ihr direkt hier:
31.01. D Hamburg – Sporthalle
01.02. D Osnabrück – Hyde Park
02.02. D Oberhausen – Turbinenhalle
03.02. NL Nijmegen – Doornroosje
05.02. B Antwerpen – Trix
06.02. D Saarbrücken – Garage
07.02. D München – TonHalle
08.02. D Kaufbeuren – All-Kart Halle
09.02. I Trezzo sull’Adda (MI) – Live Club
11.02. D Langen – Stadthalle
12.02. D Leipzig – Werk 2
13.02. CZ Prag – Forum Karlín
14.02. D Bamberg – brose Arena
15.02. D Ludwigsburg – MHPArena
16.02. CH Pratteln – Z7
18.02. PL Warschau – Progresja
19.02. PL Krakau – Klub Studio
20.02. H Budapest – Barba Negra
21.02. A Graz – Orpheum
22.02. A Wien – Gasometer
23.02. D Berlin – Huxleys Neue Welt
Die weiteren Ausgaben der kleinen Serie:
Hier kommt ihr zur Februar-Ausgabe unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Destruction: 20 Jahre All Hell Breaks Loose
Klick hier für die März-Ausgabe unserer „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Papa Roach: 20 Jahre Infest
In der April-Ausgabe gab es in der „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: The Offspring: 20 Jahre Conspiracy Of One
Schaut euch auch die Mai-Ausgabe der „On Tour“ Today With Music From The Past Reihe an: Iron Maiden: 20 Jahre Brave New World
In der zweiten Mai-Ausgabe wurden Stratovarius mit „Could Be On Tour Today With Music From The Past” und Infinite vorgestellt
Für die Juni-Ausgabe, hatten wir uns Virgin Steele mit „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past und The House Of Atreus Act II vorgenommen.
Hier kommt ihr zur ersten Juli-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Limp Bizkit: 20 Jahre Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water
Die zweite Juli-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past beschäftigt sich mit Linkin Park und Hybrid Theory
In der August-Ausgabe gab es eine Doppelpack in einer Story von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past, es geht um zwei Bands aus Göteborg, Haven von Dark Tranquillity und Clayman von In Flames
In der Oktober-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past geht es um die Mitbegründer des Progressive Metal, Fates Warning und ihr Werk Disconnected
In der ersten November-Ausgabe von „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past widmen wir uns den Dänen Pretty Maids und ihrem Album Carpe Diem.
Hier kommt ihr zur zweiten November-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe: Rhapsody: 20 Jahre Dawn Of Victory
Im dritten Teil unserer November-Ausgabe unserer „Could Be On Tour“ Today With Music From The Past Reihe wird das Album Verlierer Sehen Anders Aus der Düsseldorfer Punkrocker Broilers beleuchtet.


